Sonderausstellungen

 Zeitungsbericht: General-Anzeiger vom 06.04.2005

Melonenkrug, Bunzlau oder Naumburg am Queis, 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Hochgebrannte Irdenware

Guter Ton aus Bunzlau
Bunzlauer Geschirr aus dem Germanischen Nationalmuseum
10. April bis 17. Juli 2005

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg besitzt eine umfangreiche Sammlung an Bunzlauer Geschirr. Die Ausstellung, die zuvor im Germanischen Nationalmuseum gezeigt wurde, wird nun für einige Monate zu Gast im HAUS SCHLESIEN sein. Der repräsentative Querschnitt bietet den Besuchern einen Überblick über das bedeutende Keramikzentrum, von den prunkvollen Trinkgefäßen des 17. Jahrhunderts bis zum heute noch bekannten und beliebten Küchen- und Tischgeschirr des frühen 20. Jahrhunderts.

Bunzlau, die "Stadt des guten Tons": bekannt für ihr Braungeschirr und das geschwämmelte Pfauenaugendekor. Die schlesische Stadt, das heute polnische Bolesławiec, entfaltete sich früh zu einem der bekanntesten Keramikzentren im deutschsprachigen Raum. Dreihundert Jahre Erfahrung und die Entwicklung einer bleifreien Glasur im 19. Jahrhundert machten die Bunzlauer Keramik zu einem europäischen Spitzenprodukt, dessen Name bis heute ein Begriff ist.

Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Querschnitt durch die gesamte Schaffenszeit der Bunzlauer Töpfer. Den Schwerpunkt bildet das frühe 20. Jahrhundert mit seinem kreativen Potential: Die Einführung des Aerographen erlaubte Spritzdekore mit feinsten Farbverläufen in industriell-technischem Verfahren. Die Pariser Weltausstellung von 1900 und die enge Zusammenarbeit der lokalen Betriebe mit der Keramischen Fachschule in Bunzlau motivierte zur Produktion von Gefäßen mit effektvollen Oberflächen - teils matt, teils verlaufen, teils mit Kristallstrukturen.

Namhafte Betriebe der Region wie die Feinsteinzeugfabrik Julius Paul & Sohn oder die Bunzlauer Keramischen Werkstätten Reinhold & Co. sind mit ihren Arbeiten vertreten. Mit ihren Produkten demonstrieren sie die breite Palette an verschiedenen Dekorationstechniken, die in den Fabriken Einsatz fanden. Zugleich belegen die Exponate das Nebeneinander von handwerklicher und industrieller Fertigung der Betriebe.

Begleitprogramm zur Ausstellung:

Sonntag, 5. Juni, 15:00
Dr. Sally Schöne, stellv. Direktorin
Hetjens-Museum, Düsseldorf
spricht über
Die Keramische Fachschule
in Bunzlau 1897-1945
Moderne Keramik - Neue Techniken

Sonntag, 26. Juni, 15:00
Dr. Imke Ristow, Köln
Einzug der Moderne
Der Gestalter Artur Hennig und
die Staatliche Keramische Fachschule Bunzlau in den 1920er und 1930er Jahren.

siehe auch unter  “
Sonntagsvorträge
 

Publikationen

Die Ausstellung begleitet ein reich bebilderter Bestandskatalog:
Konrad Spindler. Bunzlauer
Keramik im Germanischen
Nationalmuseum.
Nürnberg 2004 

Weiterführende Literatur:
Schöne, Sally. Zeichensaal, Labor und Werkstatt: keramische Fachschulen in Deutschland zwischen Kaiserreich und Zweitem Weltkrieg. [Hrsg.: Hetjens-Museum, Deutsches Keramikmuseum Düsseldorf]. Halle an der Saale 2004.

Melonenkrug, Bunzlau oder Naumburg am Queis, 1. Hälfte 18. Jahrhundert, Hochgebrannte Irdenware

Kaffekanne, Feinsteinzeugfabrik Julius Paul & Sohn, 1920/30, Hochgebrannte Irdenware mit Schwammdekor

Vase, Feinsteinzeugfabrik Julius Paul & Sohn, 1928/33, Feinsteinzeug mit Laufglasur

Vase, Feinsteinzeugfabrik Julius Paul & Sohn, 1928/33, Feinsteinzeug mit Laufglasur

Zuckerdose, Kunst- und Brauntöpferei Alfred Seiffert, um 1930, Feinsteinzeug mit Spritzdekor

Zuckerdose, Kunst- und Brauntöpferei Alfred Seiffert, um 1930, Feinsteinzeug mit Spritzdekor