|
Die Eröffnung der Joseph von Eichendorff-Sonderausstellung des Museums für schlesische Landeskunde am Sonntag, dem 2. September 2007 war mit fast 300 am Leben und Schaffen des Dichters interessierten Besuchern ein voller Erfolg. Die jungen Mitglieder des Orlando-di-Lasso-Ensembles aus Unkel stimmten die Gäste, die teilweise von weither angereist waren, mit hervorragenden Interpretationen von Eichendorff-Liedern in das Thema ein. Das Repertoire der a-capella-Gruppe erstreckte sich von den bekannten Vertonungen Eichendorffscher Gedichte durch Robert Schumann über volkstümliche und geistliche Lieder bis zu einer modernen Version von „O Täler weit, o Höhen..“ in Form eines Popsongs. Die Qualität der acht Sänger und ihre Ausstrahlung trugen wesentlich zum guten Gelingen des Nachmittages im Eichendorffsaal bei. Präsident Reinhard Blaschke hieß die Besucher im Namen des Vereins Haus Schlesien e.V. willkommen und wies auf die Bemühungen der deutschen Minderheit in Schlesien hin, das Erbe des Dichters durch Pflege seiner Andenken u.a. in Lubowitz und Neisse zu erhalten. Die Museumsleiterin, Nicola Remig, dankte dem Vertreter des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Herrn Ministerialrat Wolfgang Käppler, für die finanzielle Unterstützung des Projektes. Sie betonte, dass die große Resonanz auf die Eröffnungsveranstaltung nicht nur das gegenwärtige Interesse an Eichendorff zeige, sondern auch viele neue Besucher ins Haus führe, die auf diese Weise die reiche schlesische Kulturlandschaft kennen lernen können. Hierzu trage sicherlich auch das gemeinsam mit dem Gymnasium Oberpleis initiierte Schülerprojekt bei. Sie freute sich, auch einen Nachfahren des berühmten Romantikdichters, Herrn Georg von Eichendorff Graf Strachwitz, mit Frau und Tochter begrüßen zu können, die eigens zur Eröffnung gekommen waren. Der 2. Bürgermeister von Königswinter, Herr Sokratis Theodoridis, dankte für die Bereicherung des kulturellen Lebens der Stadt und Umgebung durch Ausstellungen wie diese und begrüßte vor allem die Aufnahme eines Schülerprojektes in die Präsentation. Auch der Vertreter des Bundes, Ministerialrat Wolfgang Käppler, betonte die positive Wirkung, die die Einbindung der Lernwerkstatt in die Ausstellung hat, um Schlesien als Kulturlandschaft auch jüngeren Generationen zugänglich und bekannt zu machen. Zwei der Jugendlichen (Katinka Breuer und Dennis Karpienski) stellten die Idee und die Ziele ihrer Lernwerkstatt kurz vor. Sie wollen mit den vier von ihnen konzipierten Stationen zu Leben und Werk Eichendorffs anderen Jugendlichen das Gelernte auf anschauliche Art vermitteln. Aus diesem Grund verdeutlichen sie ihr in einigen Monaten erarbeitetes Wissen mit Hilfe von Computern, MP-3 Playern, einer Leuchtdiodenkarte, Spielen usw. „Wir haben im Unterricht die Erfahrung gemacht, dass man sich Dinge besser merken kann, wenn man sie in irgendeiner Form ausprobiert, bearbeitet, sich damit auseinandersetzt. Deshalb kamen wir auf die Idee, unser Wissen in Form von 4 Stationen an Sie weiterzugeben." In der Ausstellung trafen sich Alt und Jung an diesen Stationen und erprobten die Lernwerkstatt der Schüler. Umlagert wurde der Grafiker Christian Mischke, ein gebürtiger Grünberger, der in München als freischaffender Künstler lebt. Er signierte ein im Bergstadt-Verlag neu herausgegebenes Büchlein mit den schönsten Gedichten Eichendorffs, die er illustriert hat. Seine phantasievollen Eichendorff-Radierungen sind auch in der Ausstellung zu sehen. Eine weitere junge Malerin mit schlesischen Wurzeln, Mauga Houba-Hausherr, die als freischaffende Künstlerin in Krefeld tätig ist, bereichert die Ausstellung mit ihren Taugenichts-Interpretationen in Form von Zeichnungen und farbenfrohen, großformatigen abstrahierten Ölbildern. Einen Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung bildete schließlich ein „Umweg“, der mit der Überreichung einer repräsentativen Silberdeckelterrine des Breslauer Silberschiedes Carl Gottfried Haase vom Ende des 18. Jahrhunderts durch die Joachim-Hahlbeck -Stiftung gemacht wurde. (Hierzu Sonderbeitrag in dieser Ausgabe). Das wertvolle Exponat, das von dem Kuratoriumsvorsitzenden, Dr. Albrecht Tyrell übergeben wurde, bereichert die hochkarätige Sammlung des Museums und kann künftig in der Dauerausstellung des großen Museumsraumes bewundert werden. Nach der hervorragenden Resonanz bei der Eröffnung bleibt zu hoffen, dass der reichhaltigen Ausstellung auch in den nächsten Monaten ein gleichbleibender Besuchererfolg beschieden ist. Die Eichendorff-Ausstellung ist bis zum 2. Dezember 2007 im Museum zu sehen. Gruppenführungen können bei Frau Offermann, Tel.: 02244/886-231, gebucht werden. Eintrittskarten zum Begleitprogramm (s. Kasten) können an der Rezeption: 02244/886-0 vorbestellt werden. Öffentliche Führungen werden auch über die Volkshochschulen in ihren Programmen des Wintersemesters angeboten.
|
|