leubus_titel2 leubus_oder

Kloster Leubus / Klasztor w Lubiążu

Internetpotal von
Portal internetowy

HAUS SCHLESIEN

Bericht zur Eröffnung der Ausstellung
Eröffnung00a
Eröffnung01a
Eröffnung02a
Eröffnung05a
Eröffnung04a
Eröffnung03a

Es bleibt vieles im „ewigem Gedächtnis“.
Die neue Ausstellung zur schlesischen Grabkunst setzt neue Akzente im Kloster Leubus

Bestens besucht war Kloster Leubus am Tag der Ausstellungseröffnung „Zum ewigen Gedächtnis. Schlesische Grabkunst“, der neuen Themenausstellung durch das Museum von Haus Schlesien am Samstag, den 6. Mai 2006. Begünstigt wurde dies durch das am gleichen Wochenende auf dem Gelände des ehrwürdigen Klosters bunte Treiben anläßlich des alljährlichen Blumenmarktes. Volksfeststimmung bei bestem Wetter und schlesische kulturelle Traditionen – beides ergänzte sich einträchtig in den Räumen und rund um das älteste Zisterzienserklosters Schlesiens. Rund 7.000 Gäste ist ein tolles Ergebnis, denn alle konnten frei schon die neue HAUS SCHLESIEN-Ausstellung sehen.

Im prächtigen barocken Fürstensaal versammelten sich am Nachmittag zahlreiche Besucher, um an der Eröffnung, der 8. Ausstellung des Museums für schlesische Landeskunde in den Korridoren und Räumen des Klosters teilzunehmen. Der Landrat des Kreises Wohlau, Jerzy Wiecławski, würdigte den großen Einsatz von Museumsdirektor Dr. Stephan Kaiser in Leubus und überreichte eine Ehrenurkunde und eine Glasvase des Landkreises für sein langjähriges Engagement.

Für die Nordrhein-Westfälische Landesregierung sprach Ministerialrat Johannes Lierenfeld aus der Staatskanzlei Gruß- und Dankesworte. Er betonte, das Land NRW sei „...stolz auf solche Wissenschaftler wie Dr. Kaiser“ und brachte großes Lob für das bisher Geleistete zum Ausdruck. Der Ministerpräsident des größten und bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes habe ein hohes Interesse an vielfältigen Kontakten zu Polen und wolle daher auch den Einsatz von Einrichtungen wie Haus Schlesien unterstützen.

Ausstellungskurator Dr. Stephan Kaiser hielt anschließend einen Einführungsvortrag in die neue Ausstellung, die durch zahlreiche digital präsentierte Bilder den Zuschauern anschaulich die Vielfalt der schlesischen Grabdenkmäler vorführte. Über 1.000 ganzfigurige Epitaphien aus Sandstein haben sich über die Jahrhunderte erhalten, die vieles über die Vorstellungen und Ideale ihrer Entstehungszeit vermitteln. Teilweise sind sie farbig gefaßt und in schmuckvollen Rahmen aufgestellt. Die meisten stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Frauen sind in der Mode der Renaissance und Männer in Rüstungen dargestellt.
In intensiver zweijähriger Vorbereitungszeit ist aus dieser Fülle für diese Ausstellung eine Auswahl von 18 Leitobjekten aus Niederschlesien getroffen worden. Diese sind in hohen Stelen dargestellt, die auf der Vorderseite je eine Grabplatte und rückseitig Beschreibungen zur Entstehungszeit und der jeweiligen Orts- und Familiengeschichte samt Karten zu ihrer Auffindbarkeit in der Landschaft zeigen. Ergänzt werden diese Stelen durch grundlegende Informationen zur Grabkultur, zu den künstlerischen Ausgestaltungen der überwiegend adligen Epitaphien und häufig herzöglichen Tumbengräber, zu den geschichtlichen, konfessionellen und kulturellen Hintergründen. Auch eine große Gebietskarte Niederschlesiens mit einem Lesepult der Kreistafeln weist zu weiteren sehenswerten Objekten. Das alles regt an, sich die Grabmale vor Ort anzuschauen. Solche Impulse, den Zeugnissen aus zurückliegenden Jahrhunderten zu begegnen, helfen nicht zuletzt bei der Bewahrung kulturellen Erbes.

Mit der neuen Ausstellung ist das Angebot in Leubus wieder um wichtige Aspekte zur schlesischen Landeskunde erweitert worden. Während die Besucher des Klosters, das ganzjährig durchgehend geöffnet ist, auf eine der nunmehr stündlichen Klosterführungen durch die Mitarbeiter der Stiftung Leubus warten, bietet sich jetzt in noch größerem Umfang die Gelegenheit, sich der Betrachtung der Reiseausstellung, der Präsentation zur industriellen Rübenzuckergeschichte, die in Schlesien ihren Ausgang nahm, sowie zur Grabkunst in Schlesien zu widmen. Bei der Führung durch die renovierten Klosterräume kann man dann des weiteren die Oderausstellung, historische Städteansichten Schlesiens und Tafeln zu den Zisterzienserklöstern sehen. Ein Ausflug in das beeindruckende Klostergebäude von Leubus lohnt also mehr denn je! Wer sich vorbereiten möchte, oder sich später die gelesenen Texte ausdrucken möchte, der findet vieles im Internet unter www.hausschlesien.de/leubus.

Nicola Remig

.