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Die Bedeutung der Oder heute
Die Binnenschiffahrt spielt heute in Polen nur eine marginale Rolle im nationalen und internationalen Warenverkehr. Es werden lediglich 0,7 % der Waren auf dem Wasserweg transportiert, davon entfallen 80% auf die Oder. Die ungünstigen natürlichen Voraussetzungen, der teilweise mangelhafte Zustand der Wasserstraße und das Potential der Flußhäfen lassen keinen nennenswerten Anstieg des Warenverkehrs zu. Die Schleusen sind überwiegend für die heutige Großschiffahrt zu klein, auf dem nicht kanalisierten Teil der schlesischen Oder zwischen Dyhernfurth und der Lausitzer Neiße ist eine ausreichende Wassertiefe häufig nicht gewährleistet. Oberhalb Breslaus ist die Verschlammung ein großes Problem. Um ein größeres Transportvolumen auf die Wasserstraße zu verlegen, bemüht man sich um einen weiteren Ausbau der Oder. Mit dem 2001 verabschiedeten Programm „Oder 2006“ plant Polen den Aufbau eines Wasserwirtschaftssystems entlang der Oder, das die Erfordernisse des Hochwasserschutzes und des Naturschutzes mit den Belangen der Schiffahrt in Einklang bringen soll. Die Umsetzung des Programmes soll über 9 Mrd. Złoty (rd. 2,3 Mrd. Euro) kosten und bis 2016 abgeschlossen sein. Einige Maßnahmen, die insbesondere dem Hochwasserschutz dienen, sind bereits umgesetzt.
Nach Ansicht der Umweltverbände schließen sich die Ziele, die Befahrbarkeit der Oder zu verbessern sowie die Wasserkraft stärker zu nutzen einerseits und der Schutz der natürlichen Umwelt andererseits, gegenseitig aus. Die Liste der Vorhaben sowie die Verteilung der Finanzmittel bestätigen ihre Befürchtung, daß wirtschaftliche Interessen eindeutigen Vorrang haben.
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