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Die Oder
Die Oder entspringt bei Kozlau im mährischen Odergebirge im heutigen Tschechien auf einer Höhe von 634 m ü. NN. Nach kurzem gekrümmtem Lauf tritt die Oder durch die Mährische Pforte und schlägt zunächst eine nordöstliche, nach der Mündung der Olsa eine nordwestliche und schließlich ab der Mündung der Lausitzer Neiße eine fast nördliche Richtung ein. Nach 912 km mündet der stark mäandrierende Tieflandstrom bei Stettin in die Ostsee. Ihr Einzugsgebiet umfasst 119.000 qkm. In ihrem Oberlauf weist die Oder ein starkes Gefälle von über 7 % auf, in ihrem Mittel- und Unterlauf ist das Gefälle deutlich geringer.
Ihrem Charakter nach ist die Oder ein Steppenfluß. Das bereits stark kontinental geprägte Klima im Einzugsgebiet der Oder führt zu starken saisonalen Schwankungen im Abflussgeschehen. Im Frühjahr treten oft Hochwasser infolge der Schneeschmelze auf. Die häufig auftretenden Sommerhochwasser werden durch Starkregen im oberen Einzugsgebiet verursacht. In den Sommer- und Herbstmonaten kommt es aufgrund fehlenden oder geringen Niederschlags regelmäßig zu extrem niedrigen Wasserständen. Die klimatischen Verhältnisse an der Oder führen auch zu Vereisungserscheinungen.
Die Oder ist, von der „Quelloder“ abgesehen, ein Fluß des norddeutschen Diluviums. Ihr größter Teil fließt durch eiszeitliche Sedimente. Keine Gebirge zwingen den Fluß zu härterer Erosionsarbeit. Die Oder kreuzt oder durchfließt in ihrem Mittel- und Unterlauf die vier eiszeitlichen Urstromtäler, die durch die abfließenden Schmelzwasser entlang der Eisränder des vorstoßenden Inlandeises entstanden sind.
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