|
Hochwasser
Das Hochwasser im Sommer 1997 hat die zumeist nur als Grenzfluß zwischen Deutschland und Polen wahrgenommene Oder plötzlich wieder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gebracht. Niederschläge von großer Höhe und Intensität im oberen Einzugsgebiet hatten zu extremen Oberflächenabflüssen geführt, die binnen Stunden ein Hochwasser mit katastrophalen Folgen für die Anlieger des Flusses verursachten. Generell sind Hochwasser an der Oder keine Seltenheit. Im Ober- und Mittellauf treten in den Frühjahrsmonaten während der Schneeschmelze häufig Hochwasser auf. Die in den Sommermonaten auftretenden Hochwasser werden durch ergiebige Niederschläge ausgelöst, die ihre Ursache in der sogenannten Vb-Wetterlage haben, den von der Adria über Polen ziehenden Tiefdruckgebieten.
Aus alten Chroniken geht hervor, daß es an der Oder immer wieder zu verheerenden Hochwassern sowohl im Sommer als auch im Winter gekommen ist. So versuchte man neben dem Ausbau der Oder zum Zwecke der besseren Schiffbarkeit auch den Hochwasserschutz zu verbessern. Durch Deichbau wurde die Überschwemmungsfläche reduziert, die Einrichtung von Rückhaltebecken sollte die Überschwemmungsgefahr mindern. Bei der Oder handelt es sich also keineswegs um einen naturbelassenen Strom, es wurden vielmehr über die Jahrhunderte vielfältige Eingriffe vorgenommen. Dabei überwogen zumeist wirtschaftliche Interessen.
Nach den jüngsten Hochwasserereignissen wird nun der Ausweitung der natürlichen Überschwemmungsflächen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt, da man in der starken Einengung des Flusses durch Ausbaumaßnahmen zur besseren Schiffbarkeit einen Grund für die verheerenden Folgen der Hochwasserfluten sieht.
 .
|