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Entwicklung zum schiffbaren Strom
Wie Bootsfunde zeigen, wurde die Oder zum Zwecke der Fischerei oder des Fährbetriebes bereits im Altertum befahren. Der erste urkundliche Beleg über die Nutzung der Oder als Transportweg stammt aus dem Jahre 1211, als Herzog Heinrich I. dem Kloster Leubus das Privileg verlieh, zweimal jährlich zwei Schiffsladungen Salz aus Guben zu holen.
Einer Ausweitung des Handels standen lange Zeit die Niederlagsrechte der Städte Stettin, Frankfurt/Oder und Breslau sowie zahlreiche Zölle im Wege. Ferner behinderten die unregelmäßige Wasserführung und zahlreiche Mühlwehre den Schiffsverkehr. Dennoch bot der Transport auf dem Wasserwege viele Vorteile gegenüber dem Landweg, so dass man bereits früh anfing, über den Ausbau der Oder sowie den Bau von Verbindungen zu anderen Flüssen nachzudenken. Erste Versuche der Verbesserung der Oderschiffahrt wurden schon im 16. Jahrhundert unter König Ferdinand I. unternommen. 1669 wurde der Friedrich-Wilhelm-Kanal eröffnet, der die Oder mit der Spree und damit Schlesien mit Berlin verband. Aber erst Friedrich der Große führte umfangreichere Ausbaumaßnahmen an der Oder durch. Er ließ den Flußlauf begradigen, 20 Flußschleifen wurden durchstochen und damit der Flußlauf erheblich verkürzt. Mit der Einrichtung der Oderstrombauverwaltung 1874 begann der geregelte Ausbau der Oder zum Großschiffahrtsweg. Weitere Staustufen wurden gebaut, die Oder stärker kanalisiert und durch Staubecken im Einzugsgebiet der oberen Oder eine gleichmäßigere Wasserführung bewirkt. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes stellte jedoch eine zunehmende Konkurrenz für die Schiffahrt dar.
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