Presseecho 2007

Brückenschlag im Haus Schlesien
Begegnungswoche mit polnischen und tschechischen Schülern

von HEIDRUN WIRTH

KÖNIGSWINTER.
Schön gemacht hatten sich die 15- bis 19-Jährigen für den feierlichen Abschlussabend einer bewegten Woche im Haus Schlesien. 32 Schüler und Schülerinnen waren mit ihren Lehrern aus polnischen Orten wie Lubiaz (Leubus) oder Jelenia Gora (Hirschberg) und aus dem tschechischen Liberec (Reichenberg, früher Niederschlesien) gekommen. Und sie hatten Musik mit im Gepäck, denn viele studieren an der Hirschberger Philharmonie und hatte ein gediegenes klassisches Programm auf die Beine gestellt, aufgelockert durch deutsche, polnische und tschechische Gedichte.

Während der Woche war der Stundenplan randvoll gewesen. Man ließ sich von der Bundeszentrale für politische Bildung informieren, lernte das deutsche Schulsystem (einschließlich der Montessori-Pädagogik) kennen und wurde natürlich durch die Sammlungen im Haus Schlesien geführt. Dazwischen waren Stadt-, Theater und Museumsbesuche (Haus der Geschichte) eingestreut. Die jungen Leute lernen Deutsch, beschäftigen sich mit der deutschen Kultur und haben bereits Literatur- und Rezitationspreise im Eichendorff-Zentrum in Lubowitz und in Kreisau gewonnen. Doch waren die meisten bisher noch kaum in Deutschland gewesen.

Als Belohnung für ihre guten Deutschleistungen folgte nun die Einladung ins Haus Schlesien zu einer Veranstaltung, die mit rund 25 000 Euro nicht ganz billig war. "Die Tendenz, Deutsch zu lernen ist in Polen stark zurück gegangen, das Kursangebot wurde in den letzten zehn Jahren (zugunsten von Englisch) halbiert, nur in den grenznahen Orten wie Liberec ist es so wie vorher geblieben", meint Adrian Sobek, Vorstandsmitglied des Vereins Haus Schlesien der die "schlesischen Begegnungen" leitet.

Schon allein deshalb sei es wichtig, diese Kontakte in der Euroregion weiter zu pflegen, schließlich definiert sich eine Euroregion durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Daher kommen im Haus Schlesien seit 1996 regelmäßig Schüler und Studenten zusammen, die hier "Deutschland und die europäische Idee" kennen lernen. Über 80 Seminare mit fast 3000 Teilnehmern fanden bisher statt. Adrian Sobek wünscht sich die Universität Bonn mit im Boot. So könnte ein Austausch entstehen mit polnischen und tschechischen Hochschulen wie in Mährisch Ostrau, Waldenburg, Breslau oder Oppeln.

Quelle: Bonner Rundschau vom 23.11.2007