Archiv 2004

Breslau zeigt sich in eigenwilliger Pose
 AUSSTELLUNG Haus Schlesien in Königswinter eröffnet eine Sonderausstellung über die frühere
Landeshauptstadt - Ein literarischer Reiseführer dokumentiert die Stadtgeschichte bis heute

Von Caren Langer

Reiseland Schlesien:
Auch Utensilien des Wintersports gehören zu den Ausstellungsstücken, die derzeit in Haus Schlesien zu sehen sind. Foto: Homann

Heisterbacherrott. Das alte Breslau und das neue Wroclaw zeigt die neue Sonderausstellung "Augenblicke einer Stadt", die jetzt im Haus Schlesien eröffnet wurde. Rund 50 Fotografien, die in eigenwilligen Momentaufnahmen das vergangene und das heutige Bild der schlesischen Metropole Breslau verbinden, sind dort im Eichendorffsaal zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung stellte außerdem die Autorin Roswitha Schieb ihren neuen literarischen Reiseführer Breslau vor.<

Sonderausstellung und Buchvorstellung stehen in Zusammenhang mit der Ausstellung "Vom Rhein zur Oder. Reiseland Schlesien", die ebenfalls am Sonntag im großen Museumsraum im Obergeschoss des Museums für schlesische Landeskunde eröffnet wurde.

"Der Reiseführer wie die Foto-Ausstellung wenden sich an Menschen, die Breslau erst kennen lernen möchten sowie auch an diejenigen, die bereits mit der Stadt vertraut sind", verspricht die Kunsthistorikerin Claudia Tutsch vom Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Das Ende 2000 in Potsdam gegründete Kulturforum hat sowohl die Ausstellung möglich gemacht als auch den Reiseführer herausgegeben. Es engagiert sich für eine kritische und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte jener Gebiete im östlichen Europa, in denen früher Deutsche gelebt haben oder heute noch leben.

Die Bilder des Berliner Fotografen Mathias Marx zeigen Ansichten der Stadt, zum Beispiel den Blick zur Dominsel und die Elisabethkirche, aber auch die Markthalle und einen Zeitungskiosk, Straßenszenen und Studien der Menschen, die hier leben. In ihnen spiegelt sich sowohl die bewegte Geschichte als auch die dynamische Gegenwart der Stadt.

Roswitha Schieb spannt mit ihrem literarischen Reiseführer in sieben Spaziergängen durch die Stadt einen Bogen vom Mittelalter über Breslau als Zentrum des Humanismus und der deutschen Barockdichtung bis hin zum Wirken Georg Hauptmanns und zur Avantgarde-Kunst in den 1970er Jahren.

Dabei zitiert Schieb, deren Eltern aus Schlesien vertrieben worden waren, literarische und historische Dokumente, und lädt mit einer Fülle von architektur- und stadtgeschichtlichen Informationen zum Beispiel zu einer Tour durch "Das Herz Breslaus - Der Ring" oder durch das "Preussische und Jüdische Breslau" ein.

Sowohl die Ausstellung "Reiseland Schlesien" als auch die Fotos "Breslau/Wroclaw. Augenblicke einer Stadt" sind bis zum 29. August in Haus Schlesien in Heisterbacherrott zu sehen. Öffnungszeiten: Di-Sa 10-12 und 13-17 Uhr, Sonn- und Feiertage: 11-18 Uhr. Der literarische Reiseführer Breslau liegt dort aus und ist für 19,80 Euro im Handel erhältlich.

Quelle: General-Anzeiger Online vom 09.06.2004