|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
|
Der Taugenichts auf Esperanto Sonderausstellung im Haus Schlesien zum 150. Todestag von Joseph von Eichendorff
|
|
|
|
von HEIDRUN WIRTH
KÖNIGSWINTER. "Die Welt hebt an zu singen" oder auch: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen" - die Lieder von Joseph von Eichendorff (17881857) sind auch heute noch bekannt. Verbunden sind mit ihnen die Sehnsucht der Romantik, das Fernweh und die Wanderlust. Während sich heute Fußwanderer (zumeist im älteren Lebensalter) auf den immer mehr frequentierten Jakobsweg begeben, waren es damals die Handwerksburschen, junge Männer, deren Schritt und Tritt von einem frischen Wanderlied unterlegt durch Deutschlands Wälder, Täler und Höhen führte. Eichendorff gab dem Zeltgeist Ausdruck und wurde zum populären „Trendsetter". So stritten sich noch vor hundert Jahren in Königswinter zwei Kneipen, welche den Kanon „Im kühlen Grunde" (nach einem Eichendorff-Lied) tragen dürfe. Wie aktuell der Dichter aber auch heute wieder ist, macht nun das Haus Schlesien bewusst in einer Sonderausstellung zum 150. Todestag des schlesischen Literaten, der auf Schloss Lubowitz geboren und in Neisse verstorben ist: Eichendorffs bekannteste Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts" wurde in viele Sprachen, unter anderem in Japanisch und in Esperanto übersetzt.
Eine kleine Feldpostausgabe beweist, dass das Bändchen selbst mit in die Schützengräben genommen wurde. Dazu sind Zeichnungen gehängt von Christian Mischke und von der aus Oberschlesien stammenden Mauga Houba Hausherr, die heute in Krefeld lebt. Aber auch eine Schulklasse des Ölberg-Gymnasiums Oberpleis machte sich ans Werk. Die Schüler richteten vier interaktive Stationen ein, in denen gepuzzelt, geraten und mit der Computermaus umgegangen werden darf. Man beschäftigt sich darin mit der Zeit, so auch mit der Französischen Revolution, mit der Architektur und Musik, sogar mit der Mode, wie an einem Figurinen-Paar mit Zylinder und Haube zu sehen. Zur Vernissage erklangen Eichendorff-Lieder in der Vertonung von Robert Schumann, Hugo Wolf, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn. Vorgetragen wurden sie vom Orlando-di-Lasso-Ensemble aus Unkel. Die sangesfreudige Gruppe besteht weitgehend aus Musiklehrern und -lehrerinnen, die flexibel und unterhaltsam die Eichendorffsche Poesie zu Gehör brachten.
Quelle: Bonner Rundschau vom 22.09.2007 |
|
|
|