Presseecho 2008

Einblicke in ein “vergessenes Arkadien”
Haus Schlesien lädt zu einer Buchpräsentation und einer Ausstellung über die Grafschaft Glatz ein

KÖNIGSWINTER. Dass Joachim Kardinal Meisner Schlesier ist, wird auch im Haus Schlesien in Heisterbacherrott nicht übersehen, wie eine Buchvorstellung am Sonntag, e. April um 15 Uhr im Eichendorff-Saal: „7 Tage mit dem Kardinal Meisner" zeigen wird. Aus dem neuen, im Kölner J.P Bachem Verlag erschienenen Buch wird die Autorin Gudrun Schmidt vorlesen, begleitet von dem Fotografen Robert Boecker, der die Aufnahmen beigesteuert hat. Zu hören bekommen wird man - über die „7 Tage" hinaus etwas von den Kindheitserinnerungen des 1933 in Breslau geborenen Geistlichen und von "prägenden Erlebnissen" verbunden mit „lustigen Anekdoten." Das Buch selbst liegt allerdings nur noch in wenigen Exemplaren vor, da es bereits so gut wie vergriffen ist. Im Herbst soll eine erweiterte Neuauflage erscheinen. Zugleich bereitet man sich im Haus Schlesien auf eine große Sonderausstellung vor, die der „Grafschaft Glatz" (Ziemia Klodzka) gewidmet ist. Unter dem Titel „ein vergessenes Arkadien" wird die vom Verein „Monumenta Silesiae" in Zusammenarbeit mit dem Glatzer Museum konzipierte Wanderausstellung die alte Adelsgeschichte der Region präsentieren.

Die Grafschaft Glatz gehörte über Jahrhunderte zum habsburgischen Reich und wurde 1783 in die preußische Provinz Schlesien eingegliedert. Die Ausstellung befasst sich mit über e0 Schlössern und Parkanlagen im Glatzer Land. Sie wird vom 4. Mai bis zum 20. Juli im Haus Schlesien zu sehen sein. Die dokumentarische Schau will aber auch sensibilisieren für die kulturhistorischen Werte, die sich trotz jahrzehntelangen Verfalls noch gehalten haben und die erhalten werden müssten. Bei vielen Bauwerken sind Restaurierungen dringend erforderlich.

Die Verluste an Bausubstanz, Kunst- und Kulturgütern wuchsen auch nach der politischen Wende 1989 trotz der Privatisierung noch weiter. Deshalb sollen bereits begonnene Initiativen (beispielsweise die Revitalisierung der alten Kurorte) mit dieser Ausstellung gestärkt werden. Ebenso soll auf eine neue, noch unberührte Tourismus-Region aufmerksam gemacht werden. Ergänzt wird die Wanderausstellung, die bereits in Glatz und auf Schloss Lomnitz im Hirschberger Tal gezeigt wurde, durch eine Sammlung der Glatzer Heimatstube in Lüdenscheid, Sammelstücke aus dem Haus Schlesien und private Leihgaben.       (wih)

Quelle: Rhein-Sieg Rundschau vom2.4.2008