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Jugendliche aus Polen am Rhein Haus Schlesien organisiert Kulturaustausch
KÖNIGSWINTER. Die 15bis 19-Jährigen hatten sich für den feierlichen Abschlussabend zum Ende einer bewegten Woche im Haus Schlesien herausgeputzt. 32 Jungen und Mädchen waren mit ihren Lehrern aus polnischen Orten wie Lubiaz (Leubus) oder Jelenia Gora (Hirschberg) und aus dem tschechischen Liberec (Reichenberg) im ehemaligen Niederschlesien an den Rhein gekommen. Und sie hatten Musik im Gepäck: Denn ein großer Teil der. Jugendlichen studierte an der Hirschberger Philharmonie. Sie hatten zum Abschluss ein klassisches Programm auf die Beine gestellt, aufgelockert durch deutsche, polnische und tschechische Gedichte.
Während der Woche war der Stundenplan der SchüIer randvoll gewesen. Sie ließen sich von der Bundeszentrale für politische Bildung informieren, lernten das deutsche Schulsystem kennen und wurden natürlich durch die Sammlungen im Haus Schlesien geführt. Dazwischen waren Stadt-, Theater und Museumsbesuche eingestreut.
Literaturpreise gewonnen
Die jungen Leute lernen Deutsch, beschäftigen sich mit der deutschen Kultur und haben bereits Literatur- und Rezitationspreise im Eichendorff-Zentrum in Lubowitz und in Kreisau gewonnen. Doch waren die meisten bisher noch nie in Deutschland. Als Belohnung für ihre guten Deutschleistungen lud sie das Haus Schlesien ein. Die Einrichtung ließ sich diese Einladung insgesamt knapp 25 000 Euro kosten. „Die Tendenz, Deutsch zu lernen, ist in Polen stark zurückgegangen, das Kursangebot wurde in den letzten zehn Jahren halbiert, nur in den grenznahen Orten wie Liberec ist es so wie vorher geblieben", erklärt Adrian Sobek, Vorstandsmitglied des Vereins Haus Schlesien, der die "schlesischen Begegnungen" leitet. Schon allein deshalb sei es wichtig, diese Kontakte in der Euroregion weiter zu pflegen, schließlich definiere sich eine Euroregion durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Fast 3000 Teilnehmer
Im Haus, Schlesien kommen seit 1996 regelmäßig Schüler und Studenten zusammen, um „,Deutschland und die europäische Idee" kennenzulernen. Über 80 Seminare mit fast 3000 Teilnehmern fanden bisher statt. Sie werden vom Bundesinnenministerium unterstützt. Das Haus Schlesien selbst wurde bislang von in den 1920er-Jahren geborenen Vertriebenen getragen. Diese Generation stirbt aber langsam aus. Um auch in der Zukunft existieren zu können, setzt die Einrichtung auf die Jugend.
Adrian Sobek ist zuversichtlich: „Wir wollen in Zukunft auch die Uni Bonn mit ins Boot nehmen und unsere Seminare auf Akademieebene heben." So könnte ein Austausch entstehen mit den Hochschulen in Mährisch Ostrau oder Waldenburg, in Breslau oder Oppeln, meint der Organisator. Heidrun Wirth
Quelle: Rhein-Zeitung vom 14.11.2007 |
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