Presseecho 2007

Neue Museumsleiterin will mehr Projekte mit Schulen fördern
Nicola Remig führt seit 1. Januar die Geschicke des Museum für schlesische Landeskunde in Heisterbacherrott - Eichendorff ist zentrales Thema

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Nikola Remig ist neue Leiterin des Museums für schlesische Landeskunde.

KÖNIGSWINTER. Am Neujahrstag hat die 46 Jahre alte Germanistin Nicola Remig die Leitung des Museums für schlesische Landeskunde in Heisterbacherrott übernommen. Die Rhein-Zeitung sprach mit ihr über die neue Tätigkeit.

    Sie sind mit der vielseitigen, aber auch schwierigen Museumsarbeit im Haus Schlesien schon vertraut?

Ich bin seit sieben Jahren mit dabei und habe die Ausstellungstätigkeit der Dauer- sowie der vielen Sonderausstellungen in Königswinter wie in Polen mit betreut, insofern kenne ich die Details der Ausstellungs- und die Modalitäten der Projekt- und der Finanzplanung.

    Ist die Finanzplanung der schwierigste Punkt?

Wir haben eine stabile Förderung des Museums durch den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien in Berlin nach dem Bundes -Vertriebenenförderungs - Gesetz. Einzelne Projektanträge werden inzwischen aber auch durch das Land Nordrhein-Westfalen viel offener mit Landesmitteln unterstützt. Verstärkt werden wir außerdem mit anderen schlesischen Institutionen wie dem Gerhart-Hauptmann Haus in Düsseldorf und dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen zusammenarbeiten.

    Was haben Sie im Jahr 2007 vor?.

 Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des bekannten Romantikdichters Joseph von Eichendorff, dessen Todestag sich am 26. November 2007 zum 150. Mal jährt. Wir werden eine Ausstellung machen, dazu aber auch Konzerte und Lesungen im Begleitprogramm anbieten.

    Was tun Sie, um ein Gegengewicht gegen die Überalterung der Besucher und Besucherinnen im Haus Schlesien zu bilden?

Wir bemerken ein zunehmendes Interesse der nachfolgenden, also schon der übernächsten Generation der Vertriebenen, die emotional unbelasteter mit dem Thema umgeht. Wir beziehen die Schulen mit ein, wie das Gymnasium in Oberpleis oder das St. Adelheid-Gymnasium in Bonn. Das geht bei einem Thema wie Eichendorff, aber auch sonst, beispielsweise bei der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Die Jugendlichen bekommen von uns ergänzendes Material, können selbst fotografieren und Referate ausarbeiten. Diese Projekte der Schulen möchte ich noch mehr fördern, auch in Zusammenarbeit mit unserer Bibliothekarin Silke Findeisen. Darüber hinaus macht die Digitalisierung von schlesischer Literatur Fortschritte. In Kürze werden wir das zweite Projekt zu den "Digitalen Quellen zur schlesischen Kulturgeschichte" über die Oder als CD herausgeben.

    Wie steht es mit dem Austausch mit Polen?

Unsere Außenstelle Kloster Leubus läuft weiter, die gegenwärtige Ausstellung mit Bildern von Artur Wasner wird nach Breslau gehen, aber wir organisieren auch
kulturelle Gruppenreisen. Zur "Oder" wird es demnächst eine Fotoausstellung geben, die auch an Standorten in Polen gezeigt wird. Studenten von hiesigen deutschen Universitäten werden sich mit denen aus Breslau bei uns treffen.

    Wenden sich denn die Leute weiter wie bisher mit Spenden in Form von schlesischem Kultur- und Volksgut an Sie?

Wir bekommen etwa sechzigmal im Jahr Bücher und Nachlässe geschenkt, aber auch immer wieder besondere Stücke wie Porzellan, Grafiken oder Textilien und freuen uns, dass das schlesische Kulturgut damit vor dem Vergessen bewahrt wird.

    Die Fragen stellte Heidrun Wirth

Quelle: Rhein-Zeitung vom 05.01.2007