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Reise zurück nach Breslau Nobelpreisträger Professor Reinhard Selten war Gast in Haus Schlesien in Heisterbacherrott
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von MADELEINE MAJUNKE
KÖNIGSWINTER-HEISTERBACHERROTT. Zu der Veranstaltungsreihe "Prominente Schlesier im Gespräch" begrüßte Petra Meßbacher, Geschäftsführerin von Haus Schlesien, den Nobelpreisträger Professor Reinhard Selten und viele Gäste im Haus Schlesien. Wie Moderator Dr. Joachim Sobotta, früherer Chefredakteur der "Rheinischen Post" und Vorstandsmitglied des Vereins Haus Schlesien, erzählte, ist dem 1930 in Breslau geborenen Selten im Jahr 1994 der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für die von ihm entwickelte "Spieltheorie" verliehen worden. Das, so stellte der Professor bescheiden richtig sei jedochnicht allein sein Verdienst, sondern ginge auf den Mathematiker Oskar Morgenstern und den Physiker John von Neumann zurück, deren Idee er zusammen mit John Nash und John Harsanyi weiterentwickelt habe. Einfach erklärt sei die Spieltheorie eine "Methode zur mathematischen Analyse von Konflikt und/oder Kooperationssituationen". Und er habe auch keinen Nobelpreis, sondern den Alfred-Nobel-Gedächtnis-Preis erhalten, da die Preise für Wirtschaftswissenschaft nicht von Alfred Nobel selbst gestiftet worden sind. Eigentlich, so bekannte Professor Selten weiter, habe er nach dem Krieg gar nicht nach Breslau zurückkehren wollen, da er an der Stätte seiner Kindheit nicht „eine fremde Sprache" hören wollte. Die Kooperation der Universitäten Bonn und Breslau brachte es dann aber mit sich, dass er seiner Geburtsstadt einen Besuch abstatten musste. Besonders eindrucksvoll war es für ihn, sich sofort wieder zurecht zu finden und auch sein Geburtshaus in der Wardanstraße nahezu unverändert zu sehen. Rathaus und Ring seien rekonstruiert worden und viele markante Punkte und Häuser erinnerten ihn an die Vergangenheit. Ob Grundschule oder Gymnasium - er wusste noch die Namen von Lehrern und Straßen sowie viele Anekdoten aus seiner Kindheit. Anlässlich seines Besuches in Breslau wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Oskar-Lange-Wirtschaftsfachschule verliehen.
Quelle: Bonner Rundschau vom 16.04.2005 | |
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