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Fotos erinnern an den Bergbau in den Sudeten Ausstellung im Haus Schlesien beleuchtet Aufstieg und Niedergang eines Industriezweigs
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von HEIDRUN WIRTH
KÖNIGSWINTER. Zur Vernissage des deutsch-polnischen Gemeinschaftsprojektes im Haus Schlesien hatten die beiden polnischen Initiatoren ihre historischen Gala-Uniformen angelegt. Jerzy Kosmaty, Direktor des Waldenburger Museums und ehemaliger Bergwerksdirektor, prunkte mit dem grünen Federbusch an der schwarzen Kappe; und Martin Reichert, Vorsitzender der „Deutschen Sozial Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg", schwenkte seinen hohen weißen Federbusch über der schwarzen Steiger-Uniform. Mitgebracht hatten die beiden Polen rund 30 Fotografien aus dein ehemaligen Industriegebiet in Waldenburg. Die historischen Aufnahmen von den 20er Jahren bis in die 90er Jahre stammen aus dem Museum für Industrie und Technik in Waldenburg und wurden zuvor schon im Industriemuseum in Dortmund und in Freiberg in Sachsen gezeigt.
„Für uns ist diese Ausstellung wichtig", so die Museumsdirektorin Nicola Remig, weil wir damit wieder einen Kontakt zu einem schlesischen Museum herstellen, mit dem wir weiter zusammenarbeiten können."
Die Aufnahmen, welche die Zeit der Industrialisierung umfassen, zeigen die Hütten, Zechen und Kokereien mit den Schloten und den alten Malakowtürmen. Diese Fördertürme (die ebenso im Ruhrgebiet und sogar am Schokoladenmuseum in Köln stehen) wurden in der ersten Industrialisierungsphase von 1855 bis 1890 aus massivem Mauerwerk errichtet. Waldenburg, heute Walbrzych, das im Südwesten Polens in den Sudeten liegt und zu Niederschlesien (südlich von Breslau) gehörte, war bis 1945 ein wichtiges Industriegebiet. "Hierher kam der beste Koks, den man für die Stahlherstellung brauchte", erklärt Martin Reichert, der in diesem Jahr das 50jährige Bestehen seines Vereins der deutschen Minderheit in Waldenburg feiert. Aus diesem Anlass möchte er zusammen mit den polnischen Kumpeln in Waldenburg ein Denkmal für den Bergbau errichten, "um die Tradition hochzuhalten". Dafür wird nun auch im Haus Schlesien Geld gesammelt. Von den ehemals etwa 30 Schachtanlagen ist bereits die Hälfte geschlossen, und die Arbeitslosigkeit ist hoch. Daher setzt die Region mit ihren schönen Wäldern und manch altem Schloss und Stadtkern heute auf Tourismus. Doch muss auch hier die Infrastruktur noch nachziehen, wie von Waldenburger Heimwehtouristen zu hören ist, die sich von nah und fern zur Eröffnung dieser interessanten Ausstellung einfanden.
Quelle: Rhein-Sieg Rundschau vom 25.01.2007 |
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