Presseecho 2008

Neuer Chef setzt auf Konsolidierung

VON TORSTEN PELKA, 22.02.08, 07:18h

KÖNIGSWINTER-HEISTERBACHERROTT. Er versteht sich eher als Manager, als Koordinator, der die Ziele vorgibt, aber den einzelnen Bereichen größtmögliche Entscheidungsfreiheit lässt: Heinz Stirken (54), seit dem 3. Dezember 2007 neuer Geschäftsführer von Haus Schlesien.

Als Nachfolger von Petra Meßbacher, deren Gedanke, eine Art „Akademie“ in Haus Schlesien zu installieren, nicht auf die Zustimmung des Vorstandes gestoßen war, stellte Stirken bei seiner offiziellen Vorstellung klar, wo seine Prioritäten liegen: „Wir wollen die aufgebauten Tätigkeitsfelder in ihrer hohen Qualität erhalten. Aber es ist wichtig, dass das auf einem gesunden finanziellen Unterbau stattfindet.“

Verantwortung für über 30 Arbeitsplätze

Als gelernter Banker sieht Stirken augenscheinlich eines der wesentlichen Ziele seiner Tätigkeit darin, das in den letzten Jahren von Geldsorgen geplagte Haus Schlesien (wir berichteten) nicht zuletzt wirtschaftlich zu konsolidieren. „Es gilt auch, der Verantwortung für die mehr als 30 Arbeitsplätze in Haus Schlesien gerecht zu werden“ erläuterte Stirken.

Reinhard Blaschke, Vorsitzender des Vorstandes von Haus Schlesien, machte deutlich, dass die Vision, das Bildungsangebot Haus Schlesiens um eine „Akademie“ zu erweitern, an sich nicht schlecht sei, allerdings sei die Konzeption Meßbachers vor allem hinsichtlich einer dauerhaft belastbaren Finanzierung nicht genügend durchdacht gewesen. Die Verpflichtung Stirkens, so Blaschke, werde auch dem „neuen“ Haus Schlesien gerecht: „Wir nennen uns Kulturbegegnungsstätte, aber aus Haus Schlesien ist in den letzten Jahren ein Wirtschaftsbetrieb geworden.“

Über die unter der Leitung von Nicola Remig konzipierten Ausstellungen und Museumsprojekte hinaus will Stirken in den nächsten Jahren verstärkt die junge Generation ansprechen, die Mitgliederzahlen des Vereins Haus Schlesien stabilisieren und ausbauen: „Die Weitergabe schlesischer Kultur an Kinder und Kindeskinder ist eine wichtige Aufgabe.“

Durch Projekte wie die „schlesischen Begegnungen“, ein vom Bundesinnenministerium gefördertes verständigungspolitisches Projekt, soll das Profil Haus Schlesiens weiter gestärkt werden. Das Problem bei Fördermitteln: Sie werden in diesem Bereich nur für das jeweilige Einzelprojekt gewährt, nicht im Voraus für Projektserien.

Im Übrigen laufen aktuell Gespräche mit einem potenziellen Investor über den Verkauf von einem Teil des Parks von Haus Schlesien. Auf den circa 4600 Quadratmetern könnte gehobenes Wohnen für Senioren entstehen, ein Projekt, das Haus Schlesien bereits vor einigen Jahren angedacht hat. Laut Stirken sei es allerdings noch zu früh, um genaueres sagen zu können.

Am Rande bezogen Blaschke und Stirken Position zu einem möglichen Nationalpark Siebengebirge: Haus Schlesien sei durch Infrastruktur und Lage als so genanntes Portal mehr als geeignet.

Quelle: logo_RS-online vom 22.02.2008