Juli, 2021

24JulganztägigOpa lebt in SchlesienTagung

 

Tagung

„Opa lebt in (Ober-) Schlesien“ – Identitäten zwischen Deutschland und Polen“.

Ein Seminar für Aussiedler, Spätaussiedler sowie alle Interessierten mit (familiären) Bezügen nach (Ober-)Schlesien 

Das Dokumentations- und Informationszentrum möchte sich im laufenden Gedenkjahr an die Volksabstimmung in Oberschlesien nicht nur verstärkt dem Plebiszit, den Schlesischen Aufständen und der Teilung Oberschlesiens widmen, sondern auch anderen, mit der Region verbundenen Aspekten, die bis in die Gegenwart reichen. Der Erfolg der Veranstaltung „Oma kommt aus Schlesien“ inspirierte die Mitarbeiter des DIZ ein „oberschlesisches“ Gegenstück zu konzipieren.

Die Grenzregion Oberschlesien befand sich zwar bis 1945 seit Jahrhunderten innerhalb eines deutsch geprägten Kulturkreises, ein Großteil seiner Einwohner hatte jedoch – im Gegensatz zu den meisten Niederschlesiern – ebenso Bezüge zur polnischen Sprache und Kultur. Nach der Westverschiebung Polens wurden viele von ihnen auch aufgrund dieser Tatsache nicht in den Westen vertrieben, sondern oftmals unter Zwang in die polnische Gesellschaft integriert, ergriffen jedoch die im Laufe der Zeit gegebene Möglichkeiten nach Deutschland auszusiedeln – oftmals erst nach Jahrzehnten. Andere sahen für sich keine Perspektive im Westen, fern von der Heimat. Viele, die in Oberschlesien blieben, zählen sich heute zu der seit 1991 anerkannten „Deutschen Minderheit“, deren Siedlungsgebiet hauptsächlich in den Wojewodschaften Oppeln und Schlesien liegt.

„Bin ich Deutscher, bin ich Pole, vielleicht bin ich beides zugleich, oder einfach nur Oberschlesier?“ – mit diesen Fragen setzen sich im Laufe ihres Lebens zweifellos sehr viele in die Bundesrepublik eingewanderte oberschlesische Aussiedler auseinander. Gewiss tun dies ebenfalls viele dort lebende Menschen, deren familiäre Wurzeln seit Generationen in der Region zu verorten sind. Andere dagegen haben deutlich mehr ausgeprägte Vorstellungen über die eigene Identität und vertreten einen klaren nationalen Standpunkt. Die Gründe für diese unterschiedlichen Haltungen, die ebenso heterogen ausfallen, wie die Beweggründe der Betroffenen aus Oberschlesien in die Bundesrepublik Deutschland auszuwandern, sind in der komplexen Geschichte der deutsch-polnischen Grenzregion zu suchen. Während das Bekenntnis zur deutschen Kultur und Nationalität sowie das Bedürfnis der Wiedervereinigung mit in Deutschland lebenden Familienmitgliedern noch in den 1950er Jahren zu den wichtigsten Ausreisemotiven gehörten, rückten mit dem aufkommenden wirtschaftlichen Verfall in Polen zunehmend ökonomische Ursachen dazu. Die Frage nach der eigenen Identität wurde zudem durch diverse Integrationsschwierigkeiten aber auch durch die Intensität der Bindung an die alte Heimat beeinflusst.

Das zweitägige Seminar richtet sich vorrangig an (oberschlesische) Aussiedler, Spätaussiedler und deren Nachkommen sowie sämtliche Interessierte mit (familiären) Bezügen nach Oberschlesien. Die eingeladenen Wissenschaftler, Autoren und Kulturschaffende werden sich während der zweitägigen Veranstaltung im Rahmen von Lesungen und Präsentationen aus unterschiedlichen (persönlichen) Blickwickeln mit Begriffen, wie Identität, Integration, Anpassung, Familie und familiäre Wurzeln auseinandersetzen. Zudem sollen die Teilnehmer selbst die Möglichkeit erhalten, ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Dialog austauschen zu können.

In Kooperation mit den Kulturreferat für Oberschlesien.
Anmeldung unter 02244 886 234 oder kultur@hausschlesien.de.

 

Das Programm entnehmen Sie dem Flyer 

 

Samstag, 24.07.2021 00:00

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