Mai, 2019

12Mai15:00Im Fluss der Zeit - Jüdisches Leben an der OderAusstellungseröffnung

 

Im Fluss der Zeit

Jüdisches Leben an der Oder

Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten war über Jahrhunderte hinweg ein Begegnungsraum. Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur. In der Neuzeit bedrohte der Nationalismus, gepaart mit dem Antisemitismus, diese kulturelle Vielfalt. Der Nationalsozialismus zerstörte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben. Polen fanden hier eine neue Heimat und für kurze Zeit schien es, dass in Niederschlesien und Pommern jüdisches Leben heimisch werden könnte. Mehrere Zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende siedelten sich hier an, doch die meisten wanderten bis Ende der 1960er Jahre wieder aus. Die jahrhundertelange Anwesenheit von Juden an der Oder fiel dem Vergessen anheim, ihre Spuren wurden oft zerstört.

Die deutsch-polnische Wanderausstellung „Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder“ des Deutschen Kulturforums östliches Europa (DKF) möchte zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen und ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft. Damit leistet die Ausstellung auch einen Beitrag gegen die lauter werdenden antisemitischen Töne in der deutschen wie auch der polnischen Gesellschaft.

Die Ausstellung wird am 12. Mai 2019 im Eichendorffsaal von HAUS SCHLESIEN im Beisein von Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach eröffnet.

Abraham-Diefenbach ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Denkmalkunde der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und eine der Kuratorinnen der o.g. Ausstellung.

 

Sonntag, 12.05.2019 15:00

Ort

HAUS SCHLESIEN

Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

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