März, 2017

26März15:00KIRCHFAHRER, BUSCHPREDIGER, BETENDE KINDERAusstellungseröffnung

 

Eröffnung der Wander­ausstellung „KIRCHFAHRER, BUSCHPREDIGER, BETENDE KINDER“

Das reformatorische Geschehen veränderte das politische und konfessionelle Gefüge in Europa tiefgreifend. Es wirkte sich auf die Reiche und Territorien ebenso aus wie auf die Regionen, Städte und Herrschaften. Die lutherische Reformation und die personellen „reformatorischen Netzwerke“ erstreckten sich mit bis heute wirksamen Folgen auch auf das östliche und südöstliche Europa: Als städtisches Phänomen zeigt sich bereits sehr früh der reformatorische Einfluss aus Wittenberg etwa in der Stadt Breslau.

Zum Reformationsjubiläum 2017 zeigt HAUS SCHLESIEN die vom Schlesischen Museum zu Görlitz und der Kulturreferentin für Schlesien, Dr. Annemarie Franke, konzipierte deutsch-polnische Wanderausstellung „KIRCHFAHRER, BUSCHPREDIGER, BETENDE KINDER. 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien“. Zur Eröffnung der Wanderausstellung wird der Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz, Dr. Markus Bauer, den Einführungsvortrag halten.

Die Ausstellung verdeutlicht, wie sich seit den 1520er Jahren die Lehre Martin Luthers im Bürgertum und im niederen Adel ausbreitete und bald auch unter den schlesischen Fürsten einflussreiche Förderer fand. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden drei Viertel der Gemeinden evangelisch. Für mehr als 200 Jahre war Schlesien eine von Glaubensdiversität geprägte Sphäre. Informationen und Bilder von Ereignissen, Orten und Persönlichkeiten stellen die Auseinandersetzung zwischen katholischem und evangelischem Bekenntnis in Schlesien dar. Die Friedens- und die Gnadenkirchen stehen für den Kampf des schlesischen Protestantismus um Selbstbehauptung im Zeitalter der Gegenreformation. Im 18. Jahrhundert schließlich entwickelte sich Schlesien zu einem bikonfessionellen Land. Die „schlesische Toleranz“ bildete sich heraus.

Die Schau verfolgt die Geschichte des Protestantismus in Schlesien in der Epoche der Industrialisierung und durch die Katastrophen und Bewährungen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Ein „roter Faden“ ist die Frage nach der Aktualität des Protestantismus und seiner Geschichte in einem heute überwiegend katholischen Land. Gerade die polnische evangelische Minderheit wurde seit den 1960er Jahren im Zusammenwirken mit den heimatvertriebenen schlesischen Protestanten und der Evangelischen Kirche in beiden deutschen Staaten zu einem Träger der deutsch-polnischen Versöhnung.

Die vom Schlesischen Museum zu Görlitz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam, und weiteren Partnern konzipierte Ausstellung ist Bestandteil des DKF-Projekts „Die Reformation im östlichen Europa”. Dieses richtet sich an die deutsche Öffentlichkeit wie auch an die Nachbargesellschaften und möchte Einblicke in die durch die Reformation und ihre Ausstrahlung geprägten kulturellen Verflechtungen Europas vermitteln.

 

 

Sonntag, 26.03.2017 15:00

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